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Umwelt-, Landwirtschafts- und Energiepolitik

SACHSEN – LAND MIT ZUKUNFT

Eine gesunde Umwelt in Sachsen

Als SPD gehören für uns Ökologie, Ökonomie und soziale Gerechtigkeit untrennbar zueinander. Nachhaltige Lösungen gibt es nur, wenn der Schutz von Umwelt und Klima nicht als separates Politikfeld verstanden wird, sondern als Querschnittsaufgabe.

Klimaschutz ist keine Nebensache. Wenn wir nichts tun, wird sie zur existentiellen Frage! Denn der Klimawandel bedroht die Lebensgrundlagen von immer mehr Menschen. Dass er auch Sachsen beeinflussen wird, zeigt die Zunahme von Wetterextremen, etwa dem extrem trockenen Sommer 2018.

Klimaschutz ist deshalb auch Friedenspolitik und Migrationspolitik. Klimaverantwortung ist keine Angelegenheit, die sich in internationalen Abkommen auf abstrakter Ebene abspielt. Klimaverantwortung ist konkret und hat Auswirkungen auf den Alltag aller Bürgerinnen und Bürger, auch in Sachsen.

Was haben wir vor, um unser Klima zu schützen?

Wir bekennen uns zu den Klimazielen von Paris. Deshalb wollen wir den Klimaschutz als Staatsziel in die sächsische Verfassung aufnehmen. Wir erwarten, dass die Bundesregierung zeitnah – wie im Koalitionsvertrag festgeschrieben – ein Klimaschutzgesetz vorlegt. Wir werden für Sachsen konkrete und verbindliche Maßnahmen in einem sächsischen Klimaschutzgesetz festschreiben.

Einer der Kernpfeiler des Klimaschutzes ist die Energiewende.

Wir wollen, dass die Bürgerinnen und Bürger sich laufend über die Klimakrise und die kommunalen und sächsischen Möglichkeiten ihrer Eindämmung informieren können und wissen, was sie selbst aktiv unternehmen können. Klimaschutz und Energiewende sind auch Bildungsthemen. Wir wollen eine verstärkte inhaltliche und fachübergreifende Ausrichtung von Hoch- und Fachschulen auf diesen Themenbereich, und wollen Start-Ups und Ausgründungen unterstützen. Wir wollen die Bildung für nachhaltige Entwicklung an unseren Schulen und anderen Bildungsträgern stärken. Auch in der Aus- und Fortbildung unserer Lehrerinnen und Lehrer muss das Thema einen größeren Raum einnehmen.

Bei der öffentlichen Beschaffung müssen auch ökologische und soziale Kriterien eine größere Rolle spielen, deshalb wollen wir ein Vergabegesetz für Sachsen.

Wir wollen eine Politik, die konsequent und ressortübergreifende den Ausstoß von CO2 verringert. Dazu werden wir alle möglichen Maßnahmen, etwa finanzielle Anreize zur Reduzierung von CO2-Emmissionen im Wärme-Bereich, die Ausweisung des virtuellen CO2 Restbudgets für Sachsen, und eine sinnvolle CO2-Bepreisung prüfen und ggf. unterstützen.

Wir unterstützen eine Berichts- und Veröffentlichungspflicht von klimabasierten Risiken für berichtspflichtige Unternehmen. Unternehmen der öffentlichen Hand sollten in diesem Bereich beispielgebend voran gehen.

 Gute, sichere Energie für Sachsen

 Unsere Energie wird in Zukunft dezentral produziert werden und aus vielfältigen Energiequellen stammen. Dabei werden die Erneuerbaren einen immer größeren Anteil haben. Wir wissen, dass Sachsen dabei noch einen weiten Weg vor sich hat. Wir wollen diese Herausforderung engagiert annehmen und haben Klimaschutz, gute Arbeit, die Zuverlässigkeit der Versorgung und die Energiepreise im Blick. Wir wollen die Klimaziele von Paris einhalten und mithelfen, dass sie erreicht werden. Wir wollen die Ergebnisse der Kommission Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung so umsetzen, dass die Lausitz und das Mitteldeutsche Revier im Süden von Leipzig möglichst stark profitieren und der Kohleausstieg zügig gelingt. Wir wollen, dass das Energieland Sachsen auch nach dieser Transformation ein Energieland ist.

Wir denken dabei weit über den Strombereich hinaus. Auch im Verkehrs-, Wärme- und Industriebereich und auch in der Landwirtschaft gibt es Einsparpotentiale und Reformbedarf. Wir denken und handeln sektorenübergreifend. Wir wollen etwa, dass das klimafreundliche Auto der Zukunft in Sachsen entwickelt und gebaut wird.

Was wir erreicht haben:

In der Kommission Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung wurde, auch nach aktivem Einbringen der sächsischen Perspektive, ein Kompromiss gefunden, der einen gesellschaftlichen Ausgleich zwischen zügigem, planbarem Kohleausstieg und Entwicklungschancen für unsere Kohlereviere in der Lausitz und im Südraum Leipzigs schafft. Und wir haben die Vereinheitlichung der Übertragungsnetzentgelte im Bundesrat beschlossen, damit der Osten bei der Energiewende nicht länger benachteiligt wird.

In Sachsen haben wir den Abstandserlass zurückgenommen, der den Windradausbau behindert hat. Wir haben eine Speicherrichtlinie geschaffen, die eines der größten offenen Probleme der Energiewende angeht und sächsischen Unternehmen neue Chancen schafft.

Für die Wasserkraft haben wir die Wasserentnahmeabgabe abgeschafft.

Was wir uns für die Energiepolitik in Sachsen vornehmen:

Wir wollen einen ambitionierten, dezentralen Ausbau erneuerbarer Energien. Dabei setzen wir uns feste, anspruchsvolle Ausbauziele und sorgen dafür, dass die Regionalplanungen entsprechend angepasst werden. Sachsen soll nicht mehr unter den bundesdeutschen Ausbauzielen liegen. Die Überarbeitung des Energie- und Klimaprogramms ist kurz vor dieser Landtagswahl an unserem Koalitionspartner CDU gescheitert. Wir wollen es zügig nach der Wahl überarbeiten und uns realistische und ehrgeizige Ziele setzen. Die Ergebnisse der Kommission Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung sollen ebenso einfließen, wie das dann womöglich in Kraft getreten deutsche Klimaschutzgesetz. Wir wollen ein sächsisches Klimaschutzgesetz.

Die Energiewende funktioniert nur, wenn die Menschen sie wollen und akzeptieren. Im besten Fall sogar direkt von ihr profitieren. Deshalb wollen wir die Bevölkerung schützende Standards und eine stärkere Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in die Meinungsbildung und Entscheidungsfindung. Auch die materielle Beteiligung an Projekten der Energiewende und Klimaschutzprojekten kann ein Schlüssel für eine höhere Akzeptanz sein. Bürgerinnen und Bürger sollen von solchen Projekten unmittelbar profitieren können.

Wir bekennen uns: Bis zum Jahr 2020 sollten die Treibhausgas-Emissionen Deutschlands gegenüber 1990 um 40 % und bis zum Jahr 2030 um 55 % reduziert werden. Die SPD bekennt sich zu dem Ziel, bis 2050 den Energiebedarf des Freistaates vollständig aus erneuerbaren Quellen zu decken. Wir wollen deshalb prüfen, wie eine sinnvolle Bepreisung von CO2 funktionieren kann.

Gerade im Windbereich hat Sachsen Nachholebedarf. Wir werden ein klares Ausbauziel setzen und einen Abstand zur Wohnbebauung festlegen. Für einen stärkeren Ausbau im von Photovoltaik-Anlagen wollen wir Mieterstrommodelle fördern und bekannter machen. Außerdem wollen wir, dass Freiflächen, wie etwa Lärmschutzwände stärker zur Produktion von Solarstrom genutzt werden können.

In der Wasserkraft wollen wir weiter Hemmnisse abbauen und auch die Biomasseverstromung vor allem aus Grünschnitt, Gülle und Biomüll haben wir weiter im Blick.

Neben dem Ausbau Erneuerbarer Energien besteht das größte Einsparpotential in der Energie, die nicht „verbraucht“ wird. Deshalb investieren wir in eine höhere Energieeffizienz und sinnvolle Energieeinsparungen. Wir streben eine höhere Sanierungsquote von Gebäuden an. Vorbilder dabei müssen unsere öffentlichen Gebäude sein. Ihre Sanierung kann auch als Investionsmodell für BürgerInnen attraktiv sein kann. Wir brauchen in Sachsen auch vermehrt Energietarife, die KundInnen fürs Energiesparen belohnen.

Um die Energieversorgung mit erneuerbaren Energien sicherzustellen und diese grundlastfähig zu machen, brauchen wir mehr Investitionen in Energiespeicher. Die Forschungsinfrastruktur im Bereich Energie wollen wir in Sachsen deutlich stärken.

Zentrale Partner in der Energiewende sind die kommunalen Unternehmen, allen voran natürlich die Stadtwerke. Aber auch die Verkehrsbetriebe und die kommunale Wohnungswirtschaft. Sie haben die Möglichkeit sektorenübergreifend die Energiewende zu gestalten. Auch deshalb wollen wir die die Innovations- und Investitionskraft der Stadtwerke und anderer kommunaler Unternehmen erhalten und stärken und ihre Rolle in der Energiewende stärken.

Die dezentrale und damit kleinteilige Energiewende beinhaltet große Chancen die lokale Wertschöpfung zu stärken und die Energieerzeugung zu demokratisieren. Kommunen, Stadtwerke, Bürgergenossenschaften und innovative kleine Unternehmen sind deshalb unsere Partner.

Wir wollen Energiearmut vermeiden und Stromsperren verhindern. Deshalb wollen wir, dass alle Stromanbieter, bedrohte Kundinnen und Kunden aktiv beraten und zum Beispiel Prepaid-Stromzähler anbieten.

Unsere sächsische Natur besser schützen

Es ist unstreitig, dass wir unsere Natur und unsere Landschaft schützen wollen und müssen. Im Freistaat Sachsen steht viel Geld für Naturschutzmaßnahmen zur Verfügung. Da es sich fast ausschließlich um EU-Mittel handelt, ist der bürokratische Aufwand jedoch hoch und oft so kompliziert, dass ehrenamtliche Naturschutzvereine nicht auf das Geld zugreifen können. Der Freistaat kann nicht flexibel auf aktuelle Herausforderung reagieren und ist von Entscheidungen auf EU-Ebene abhängig.

Wie im Sozial- und Jugendbereich auch, wird der Naturschutz zu einem sehr großen Teil vom Ehrenamt getragen. Wir freuen uns über die vielen jungen Menschen, die derzeit für einen vernünftigen Klimaschutz auf die Straße gehen. Dieses Ehrenamt braucht Strukturen, etwa um Fördermittel zu beantragen und Nachwuchs zu gewinnen. Es gibt in Sachsen derzeit jedoch keine institutionelle Förderung für Naturschutzvereine.

Wir freuen uns, dass wir in der letzten Legislaturperiode den Elbeausbau verhindert haben.

Was wir vorhaben:

Wir werden ein landeseigenes Förderprogramm für Naturschutzmaßnahmen einführen und für unsere Kommunen öffnen.

Wir werden die Förderung der Naturschutzstationen fortsetzen und die Strukturen des ehrenamtlichen Naturschutzes stärken. Möglich wäre dabei eine stärkere institutionelle Förderung oder eine Berücksichtigung im Landesprogramm „Naturschutz“, das wir ins Leben rufen wollen.

Wir werden Träger und Maßnahmen der Umweltbildung weiter stärken.

Wir wollen mehr Räume, in denen sich Pflanzen und Tiere ohne menschliches Zutun entwickeln können. Deshalb werden wir mehr tun, um einen landesweiten Biotopverbund zu stärken. Wir werden uns das Stiftungsprogramm „Jeder Gemeinde ihr Biotop“ zum Vorbild nehmen. Dazu gehört, dass wir den Waldumbau konsequent fortsetzen und weiter Wildnisgebiete (sogenannte Prozessschutzflächen) ausweisen. Wir nehmen uns vor das nationale Ziel von fünf Prozent der Gesamtwaldfläche zu erreichen.

Die Bergbaufolgelandschaften in Sachsen wollen wir nachhaltig gestalten. Dazu gehören neben der wirtschaftlichen und touristischen Nutzung auch Seen und Flächen wo sich die Natur frei entwickeln kann.

Wer über Naturschutz spricht, darf über Flächenverbrauch nicht schweigen. Wir wollen den Flächenverbrauch verringern und die Entsiegelung von Flächen, etwa die Brachenrevitalisierung in Innenstadtbereichen, fördern.

Wir wollen, dass es unseren KonsumentInnen leichter möglich ist, unsinnigen Müll ohne großen Aufwand zu vermeiden.

Auch unsere Wirtschaft kann und muss dazu beitragen, dass wir weniger Ressourcen sinnlos verbrauchen. Wir wollen, dass im staatlichen Hoch- und Tiefbau mehr Recycling-Baustoffe zum Einsatz kommen und fördern den Wandel hin zu einer auf erneuerbaren Ressourcen beruhenden (Kreislauf-)Wirtschaft.

Nachhaltigkeit ist keine Landesaufgabe, sie muss in den Städten und Gemeinden gelebt werden. Wir werden die sächsischen Kommunen bei der Erstellung kommunaler Nachhaltigkeitsstrategien unterstützen und ein Modelprojekt „Nachhaltige Kommune“ zur Konzepterstellung und Bürgerbeteiligung initiieren. Wir wollen in den Kommunen Naturschutzbeiräte bzw. -beauftragte ermöglichen.

Im Hochwasserschutz wollen wir die Balance zwischen technischem und natürlichem Hochwasserschutz halten. Wir prüfen einen Entschädigungsfonds für Landwirte und Landbesitzer zur Ausweisung von Hochwasserflächen. Und wollen unsere Kommunen bei der Pflege der Gewässer zweiter Ordnung weiter unterstützen.

Wir wollen unser Grundwassers vor immer höherer Nitratbelastung schützen und damit den VerbraucherInnen deutliche Trinkwasser-Preissteigerungen ersparen. Wasser ist das wichtigste Lebensmittel. Eine Privatisierung lehnen wir ab.

Wir wollen biologische Vielfalt und vernünftigen Tierschutz

Wir wollen unseren Kindern und Enkeln ein Sachsen großer Biodiversität hinterlassen. Deshalb bekennen wir uns zum Umwelt- und Tierschutz. Unabdingbar sind für uns auch beste Bedingungen in der Nutztierhaltung, die Tierleid vermeidet, den dort arbeitenden Menschen gute Arbeitsbedingungen bietet und nur ein Minimum an Antibiotika einsetzt.

Deshalb wollen wir:

Die Themen Biodiversität, Tierwohl und Fleischkonsum stärker im Lehrplan unserer Schulen verankern.

Wir werden die spezifischen Artenschutzprogramme fortschreiben. Der Verlust von Insekten, etwa unserer Honig-Bienen, ist besorgniserregende und kann das Gleichgewicht der Natur und ganzer Nahrungsketten in Gefahr bringen. Das Aktionsprogramm „Insektenschutz“ des Bundes werden wir konsequent umzusetzen. Dazu gehören für uns insbesondere:

  • Der Erhalt einer großen Vielfalt in der Landschaft
  • Programme gegen Bienenschädlinge (Milben)
  • Und die bessere Unterstützung von ImkerInnen

Die wohl emotionalste Debatte im Bereich des Artenschutzes wird wohl um den Wolf geführt. Der Wolf ist eine geschützte Tierart und wir freuen uns, dass er sich wieder dauerhaft in Sachsen angesiedelt hat. Klar ist aber auch: wenn ein Wolf auffällig wird, dann muss das einzelne Tier getötet werden. Dafür wollen wir bundeseinheitliche Regeln. Weidetierhalter wollen wir stärker beim Schutz ihrer Herden und im Schadensfall finanziell unterstützen. Die Emotionalität der Debatte zeigt, wie wichtig es ist Aufklärungsprogramme zum Wolf weiterzuführen und Dialogformate zu etablieren.

In der Nutztierhaltung nimmt das Tierwohl für uns einen sehr hohen Stellenwert ein. Wir befürworten Siegel, die dem Verbraucher die Orientierung erleichtern und wollen bundeseinheitliche Regelungen, die Antibiotika in der Tierzucht auf ein absolutes Minimum beschränken und den Einsatz von Reserveantibiotika verbieten. Auswüchse der Massentierhaltung wollen wir unterbinden, um Tierleid zu verhindern und unsere Umwelt und unser Trinkwasser vor zu hoher Nitratbelastung zu schützen.

Wir setzen uns dafür ein, Küken-Schreddern, betäubungslose Ferkel-Katration und ähnliches sinnloses Tierleid zügig zu beenden.

Neben den Tieren haben wir aber auch die Menschen im Blick: Wir wollen die Arbeitsbedingungen etwa in den Schlachtbetrieben deutlich verbessern. Neben Betriebsräten und Tarifverträgen setzen wir dabei auf gute Beratung der vielen Menschen aus dem EU-Ausland, die in diesen Betrieben arbeiten. Die BABS-Beratungsstellen werden wir weiterhin fördern.

Wir wollen Alternativmethoden zu Tierversuchen fördern und die sächsischen Tierheime finanziell vernünftig ausstatten.

Unser Ziel: eine nachhaltige Land- und Forstwirtschaft

Unser Sachsen wird durch die Land- und Forstwirtschaft geprägt. Wir wollen eine moderne Land- und Fortwirtschaft, die mit ihren unterschiedlichen Strukturen unsere Kulturlandschaft aktiv mitgestaltet und erhält, einen möglichst hohen Beitrag zum Klima- und Artenschutz leistet, vielen Menschen eine gute Arbeit und ein sicheres Auskommen bietet und uns mit qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln und Ressourcen versorgt.

Eine sozialdemokratische Politik versucht stets die Schutzinteressen, etwa der KonsumentInnen und des Waldes und die wirtschaftlichen Interessen in Einklang zu bringen. Angesichts des Hitzesommers 2018 ist offenkundig, dass wir unsere Land- und Forstwirtschaft fit machen müssen für eine Zeit, die durch Klimawandel und Wetterextreme geprägt sein wird.

Was wir für unsere Landwirte erreicht haben:

Wir haben die Umstellungsförderung für den ökologischen Landbau erhöht und damit einen stärken Anreiz für einen Umstieg geschaffen. Wir freuen uns, dass wir uns endlich mit unserer Forderung die Hofabgabeklausel abzuschaffen, durchgesetzt haben und damit endlich mehr ältere Landwirte von der Alterssicherung der Landwirte profitieren. Wir haben Hilfsmaßnahmen ergriffen, um die sächsische Land- und Forstwirtschaft bei Umsatzeinbrüchen, etwa durch Dürre oder in der Milchkrise, zu helfen.

Unsere Ziele für die sächsische Landwirtschaft:

Unsere landwirtschaftlichen Betriebe sind Teil der regionalen Wertschöpfung, als solche wollen wir sie schützen. Das Image unserer Landwirte wollen wir steigern. Einen Flächenausverkauf wollen wir, wo möglich, unterbinden.

Unsere traditionell recht großen landwirtschaftlichen Unternehmen sollen Vorreiter einer modernen Landwirtschaft des 21. Jahrhunderts sein. Die Digitalisierung landwirtschaftlicher Produktionsprozesse besitzt ein großes Potenzial für eine ressourcen- und klimaschonende Landbewirtschaftung, ebenso wir ein großes ökonomisches Potential. (SMART-Farming). Unsere sächsische Landwirtschaft soll Vorreiterbranche der Digitalisierung und der Nutzung künstlicher Intelligenz werden. Existierende Projekte wollen wir verstärken und weiterführen. Schwerpunkte sollen dabei Projekte des Natur-, Klima- und Ressourcenschutzes in der Landwirtschaft, einschließlich der Anpassung an den Klimawandel, sein. Unabdingbar für eine digitale Landwirtschaft ist bestes Internet. Wir wollen 5G an jeder Milchkanne und jedem Feld.

Die gemeinsame europäische Agrarpolitik muss sich an dem Prinzip orientieren, dass „öffentliches Geld für Leistungen ausgegeben wird, die allen zu Gute kommen“.

Der verstärkten Förderung des ökologischen Landbaus gilt weiterhin unser Augenmerk. Landwirte, die sich für Natur- und Klimaschutz sowie Tierwohl über den gesetzlichen Rahmen hinaus engagieren, die etwa die biologische Vielfalt fördern z.B. durch Blühstreifen oder erosionsmindernde Bodenbearbeitung, werden wir stärker unterstützen. Dazu muss der bürokratische Aufwand sinken, um es für unsere Landwirte noch attraktiver zu machen ihren Beitrag zum Umwelt-, Klima- und Tierschutz zu leisten. Den ökologischen Landbau wollen wir insbesondere durch Schaffung von Beratungsstrukturen und Unterstützung von Netzwerken zur Vermarktung unterstützen.

Den Anbau von gentechnisch veränderten Organismen lehnen wir ab, auch Futtermittel sollen gentechnikfrei sein.

Die Düngeverordnung muss konsequent umgesetzt werden. Den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft wollen wir auf das absolut notwendige Maß reduzieren. Schutzgebiete müssen Pflanzenschutzmittelfrei sein. Dazu setzen wir uns ein für

  • einen zügigen, schrittweisen Ausstieg aus der Anwendung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat.
  • eine stärkere Forschung zu alternativen und ökologisch unbedenklichen Pflanzenschutzmitteln und Verfahren.

Der sächsische Weinbau ist ein wichtiger Teil unserer Geschichte und er ist Kulturgut. Wir sind stolz auf unser zwar im Vergleich sehr kleines Anbaugebiet, das aber qualitativ hervorragenden Wein produziert. Sachsens Weinanbau ist von Nebenerwerbswinzern geprägt, deren Fortbildung wir stärker unterstützen wollen. Wir werden die Förderung der Anlage und Sanierung von Weinbergs- und Trockenbauern fortsetzen und den Steillagenweinbau weiter fördern.

Unsere Ziele für unsere sächsische Forstwirtschaft:

Unser Ziel bleiben 30 Prozent Wald in Sachsen. Der Großteil dieses Waldes muss vernünftig und nachhaltig bewirtschaftet werden. Wir forcieren dabei den naturnahen Waldumbau hin zu robusten Mischwäldern, die den veränderten Klimabedingungen standhalten. Wir wollen unsere Waldbesitzer dabei unterstützen, sich auf die Auswirkungen des Klimawandels und Wetterextreme, wie den Hitzesommer 2018 und Starkregen, bzw. Stürme einzustellen. Aber auch Wildnisflächen werden wir weiter ausweisen.

Um Besitzer kleinerer Waldflächen bei der anspruchsvollen Waldbewirtschaftung zu unterstützen, werden wir den Zusammenschluss zu Forstbetriebsgemeinschaften weiter unterstützen.

Sachsenforst berät grundsätzlich kostenfrei nicht nur die Gemeinschaften, sondern alle privaten Waldbesitzer zu allen Fragen der Waldbewirtschaftung. Revierförster in den Forstbezirken und Schutzgebietsverwaltungen von Sachsenforst helfen und stellen Kontakt zu anderen Waldbesitzern, zu forstwirtschaftlichen Dienstleistern und anderen Behörden her.

Wir wollen starke Verbraucherinnen

Alle Sächsinnen und Sachsen sind auch VerbraucherInnen. Um ihre Rechte bspw. gegenüber Abzockern, Datendieben, schlechten Verträgen oder Gesundheitsgefährdungen zu schützen, braucht es einen starken Verbraucherschutz.

Wir haben schon einiges erreicht:

Auf Bundesebene haben wir mit der Einer-für-alle-Klage (Musterfeststellungsklage) einen großen Schritt zur Wahrung der Verbraucherinteressen getan. Die ersten Klagen werden bereits verhandelt. Auf Landesebene haben wir die Verbraucherzentralen gestärkt, die Schuldner- und Insolvenzberatung besser verzahnt und etwa die Verbraucherbildung von Senioren besonders unterstützt.

Was werden wir zukünftig tun?

Wir brauchen vor allem noch mehr Personal bei den staatlichen Kontrollinstitutionen, etwa dort wo unser Essen oder Spielzeug geprüft und überwacht werden. Wir werden die entsprechenden staatliche Institutionen und Verbraucherzentralen stärken, damit sie auch bei aktuellen Entwicklungen den Betroffenen Schutz und Beratung garantieren. Dabei denken wir an autonomes Fahren, Datenmissbrauch, Abmahnungen und Abzocke älterer Menschen oder gesunde Ernährung. Besonders die Verbraucherzentralen sind dabei wichtige Anlaufstellen. Wir wollen, dass sie mobil in der Fläche unterwegs sein können. Ihr Angebot soll noch bekannter werden, denn wir wollen, dass die Sächsinnen und Sachsen wissen, wo sie Beratung erhalten und welche Medien ihnen vertrauenswürdige Informationen bereitstellen. Dazu gehört auch, dass ihnen bewusst ist, dass ihr Stimme als VerbraucherInnen Einfluss hat und sie wissen, dass, wie sie diesen nutzen können.

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