Friedel: Erzieherinnen und Erzieher sind nicht erst seit März systemrelevant

Sabine Friedel, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, im Vorfeld der morgigen Landtagsdebatte zum Koalitionsantrag „Fachkräftesicherung in der frühkindlichen Bildung“ (Drs. 7/1822):

„Kitas und ihr Personal sind nicht erst seit März systemrelevant. Wenn in diesen Tagen über die Notbetreuung in Kitas oder mögliche Öffnungsszenarien gesprochen wird, wird der steigende Bedarf an Erzieherinnen und Erziehern sofort ersichtlich, um kleinere Gruppen in Corona-Zeiten zu ermöglichen. Dies unterstreicht den wachsenden Fachkräftebedarf einmal mehr”, erklärt SPD-Bildungsexpertin Sabine Friedel.

„Eine langfristige Bildungs- und Personalplanung ist deshalb für die SPD unerlässlich – nicht nur bei den Lehrkräften, sondern auch im Kita-Bereich. Bereits vor der Pandemie hatte die Koalition beschlossen, eine ‘Fachkräftestrategie frühkindliche Bildung 2030’ zu entwickeln. Ein wichtiger Bestandteil: Die Ausbildung soll kostenfrei werden. Mit unserem Antrag wollen wir erreichen, dass das Schulgeld in der Erzieher-Ausbildung bereits ab August 2020 vollständig wegfällt.“

„Sachsens Kindertagesstätten sind Orte der Bildung, Betreuung und Erziehung gleichermaßen“, heißt es im Koalitionsvertrag. „Um die hohe Qualität der frühkindlichen Bildung im Freistaat zu sichern und fortzuentwickeln, bedarf es gut ausgebildeter pädagogischer Fachkräfte – sowohl in Quantität wie in Qualität“, so Friedel.

Hintergrund:
Mit dem Antrag wird die Staatsregierung unter anderem aufgefordert, einen Gesetzentwurf vorzulegen. Neben dem vollständigen Verzicht auf Schulgeld in der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern ab dem Schuljahr 2020/21 geht es dabei um ein kontinuierliches Fachkräftemonitoring in der frühkindlichen Bildung sowie um die Unterstützung bei der Entwicklung von multiprofessionellen Teams in Kindertageseinrichtungen. Dafür soll u.a. die Sächsische Qualifikations- und Fortbildungsverordnung pädagogischer Fachkräfte neu gestaltet werden, um weiteren Berufsgruppen einen Zugang zu gewähren und den Assistenzbegriff neu zu definieren.