In den vergangenen Jahren habe ich eine Vielzahl von Arbeitseinsätzen in den verschiedensten Berufen in Sachsen unternommen. Dabei schlüpfte ich einen Tag in die Rolle als Praktikant eines Unternehmens. Ich durfte als Bergmann, Pfleger und Maurer arbeiten, habe die Kollegen der Autobahnmeisterei unterstützt, habe Toiletten und Abwasserkanäle geputzt, im Konsum als

Verkäufer oder in einer Reinigung angepackt, die Arbeit als Dachdecker und Postbote kennengelernt oder auf dem Flughafen Halle-Leipzig beim Be- und Entladen der Flugzeuge geholfen.

Ich habe dabei Menschen erlebt, die für ihre Tätigkeiten brennen, die Stolz darauf waren, auch harte Arbeit und Dinge zu verrichten, über die man stets sagt, „so etwas muss auch gemacht werden.“ Ich habe viele Ängste, viel Stolz, aber auch manche Ressentiments, Vorurteile und in manchem Fall auch echten Rassismus mitbekommen. Die meisten haben das Herz dennoch am richtigen Fleck. Sie regen sich über Ungerechtigkeiten auf, sind spontan dabei, wenn jemand Hilfe braucht. Sie haben ein feines Sensorium, wenn man selbst respektlos behandelt wird.

Mich bewegt es, wenn ich zum einen sehe, wie manche dieser Kolleginnen und Kollegen in die Arme falscher Freunde von rechts getrieben werden, von deren Politik sie definitiv nicht profitieren werden. Und wenn ich zum anderen feststelle, dass viele Mitte-links Parteien nur noch eingeschränkt vertrauen.

Gerade in der jetzigen Zeit und den Folgen der Corona-Krise ist es daher wichtig, über dieses Thema zu sprechen. Wie es ist, was falsch lief und was wir anders machen müssen.

Über das will ich mit dem Schriftsteller Robert Misik sprechen. Er hat ein wunderbares Buch geschrieben, mit dem Titel: „Die falschen Freunde der einfachen Leute“. Besonders spannend wird es sein, dessen Thesen in Bezug auf die besondere Situation in Ostdeutschland und Sachsen seit 1990 zu diskutieren.

Auf eine spannende Diskussion per livestream auf facebook.com und youtube.com

Martin Dulig

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Datum/Zeit
19. Mai 2020
18:00 Uhr

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