Beschäftigte in der Krise besser unterstützen: Kurzarbeiter-Geld auf 80 Prozent erhöhen!

+++ Beschäftigte in der Krise besser unterstützen +++ Arbeitnehmerrechte gelten auch in der Corona-Krise +++

„Für viele tausend Beschäftigte, für die keine aufstockenden Tarifverträge gelten, heißt Kurzarbeit, dass sie mit 60 beziehungsweise 67 Prozent ihres bisherigen Nettolohns auskommen müssen. Für viele Familien und Menschen mit niedrigen Einkommen ist das nicht leistbar. Deshalb verlangen wir Nachbesserungen. Das Kurzarbeitergeld für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer muss während der Corona-Krise auf mindestens 80 Prozent des Nettogehalts erhöht werden. So sichern wir auch die Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen. Hier muss die Koalition in Berlin zwingend nachsteuern. Für das Zögern der Union in Berlin habe ich kein Verständnis“, so Henning Homann, Generalsekretär der SPD Sachsen.

Er verwies darauf, dass in den gewerkschaftlich organisierten Unternehmen in Sachsen in vielen Fällen zwischen den Tarifparteien vereinbart, das Kurzarbeitergeld auf mindestens 80 Prozent aufzubessern. In der Mehrheit der Betriebe sei das leider nicht der Fall. Das liege auch an der niedrigen Tarifbindung in Sachsen.

Zugleich stellt Homann klar: „Die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gelten auch in der Corona-Krise. Verstöße gegen das Betriebsverfassungsgesetz, das Arbeitszeitgesetz oder den Arbeitsschutz werden auch in der jetzigen Situation verfolgt. Wir warnen Arbeitgeber vor jedem Versuch, die Situation zu missbrauchen und Arbeitnehmerrechte einzuschränken. Wer jetzt – wie bereits in Einzelfälle geschehen – gesetzlich verbriefte Mitbestimmungsrechte ignoriert oder Druck auf Beschäftige ausübt, Änderungs- oder Auflösungsverträge ohne eingehende Prüfung zu unterschreiben, handelt bewusst gewissenlos.“

Homann betont dabei, dass sich nach Rückmeldungen von Betriebsräten und Gewerkschaften, die große Mehrheit der Arbeitgeber fair gegenüber ihren Beschäftigten verhält, es aber leider auch Ausnahmen gebe. „Mit dem Kurzarbeitergeld sowie den zahlreichen Förderprogrammen von Land und Bund gibt es bereits viele Maßnahmen für Unternehmen, durch die Krise zu kommen und weitere sind bereits angekündigt. Ich erwarte, dass Unternehmen, wo immer möglich, auf Kündigungen verzichten“, so Homann. „Gerade Unternehmen, die jetzt laut nach staatlichen Hilfen rufen, sind nicht nur rechtlich, sondern auch moralisch in der Pflicht, sich fair gegenüber ihren Beschäftigten zu verhalten.“

Pallas: Mieter schützen – Befristeten Kündigungsschutz wegen Corona-Krise

Albrecht Pallas, wohnungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, zum angedachten Schutz von Mietern bei Mietschulden:

„Die Pläne der Bundesregierung, angesichts der Corona-Pandemie Mieter vor Kündigung zu schützen, sind das richtige Signal in dieser Zeit. Viele Menschen können derzeit ihrer Arbeit oder ihrem Gewerbe nicht nachgehen oder müssen in Kurzarbeit. Da ist es wichtig, die Grundbedürfnisse zu sichern“, so Albrecht Pallas. „Auch hier gilt der Satz: Wohnen ist kein Luxus. Es wäre nur konsequent, einen befristeten Kündigungsschutz zu beschließen. Wer wegen der Corona-Krise seine Miete nicht zahlen kann, soll nicht gekündigt werden dürfen. Ich baue bei einer solchen Maßnahme auf die Einsicht der Vermieter. Das wäre gelebte Solidarität.“

Hintergrund: Laut Medienberichten gibt es eine Gesetzesvorlage der Bundesministerien für Justiz, Inneres sowie Wirtschaft. Danach soll Mietern wegen Mietschulden nicht gekündigt werden dürfen. Gelten solle das für Mietschulden aus dem Zeitraum vom 1. April bis 30. September 2020. Die Verpflichtung der Mieter zur Zahlung der Miete bleibe aber im Grundsatz bestehen. Das Gesetz könnte bereits in der kommenden Woche im Bundestag beschlossen werden.

Homann: CDU, FDP und AfD haben Demokratie geschadet

Sachsens SPD-Generalsekretär Henning Homann zu den Ereignissen in Thüringen

CDU, AfD und FDP haben gestern in Thüringen mit ihrem Manöver, Herrn Kemmerich zum Ministerpräsidenten zu wählen, großen Schaden für die bundesrepublikanische Demokratie angerichtet.

Der Grundkonsens “Nie wieder Faschismus!” wurde 75 Jahre nach dem Ende Nazideutschlands für einen billigen politischen Trick geopfert.

CDU und FDP haben die Würde der Republik mit Füßen getreten. Und auch wenn die FDP jetzt vor allem aus purem Selbsterhaltungstrieb die Notbremse gezogen hat – der Zug ist schon entgleist.

Die AfD missbraucht die Demokratie, um ihr zu schaden. Das ist ihr Geschäft. Daraus zieht sie ihre Stärke. Aufgabe der Demokraten ist es, dem wirksam etwas entgegenzusetzen. Hier haben CDU und FDP versagt.

Völlig zurecht ist die Empörung über dieses Verhalten groß. Die Folgen sind noch immer nicht absehbar.

Haltung zu zeigen war und ist wichtiger denn je. Für uns war, ist und bleibt klar:

❗️ Es hätte seitens der SPD keinerlei Zusammenarbeit einer Regierung Kemmerich gegeben. Wer sich von Faschisten ins Amt wählen lässt, kann und darf für die Sozialdemokratie kein Partner sein. Des Thüringer Desaster haben einzig und allein CDU, AfD und FDP zu verantworten. Hier jetzt andere in Mithaftung zu nehmen, ist schlicht unredlich.

❗️ CDU und FDP müssen ihr Verhalten zu den Vorgängen in Thüringen klären. Auch wenn gerade von den Spitzen der Union die Aussagen deutlich sind, müssen auch Konsequenzen folgen. Kramp-Karrenbauer darf sich nicht weiter von ihren Parteifreunden aus Thüringen auf der Nase herumtanzen lassen. Es gibt aber auch Stimmen aus der CDU, die nicht zu akzeptieren sind. In erster Linie sei hier der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Herr Hirte genannt. Er muss abtreten. https://www.facebook.com/dulig/photos/a.480470698731133/2517542965023886

 

Die FDP hat, bis auf ein paar vernünftige Alt-Liberale (Gerhart Baum, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger) komplett versagt. Wer wegen ein paar inhaltlicher Differenzen Jamaika im Bund platzen und sich jetzt hier mit einem Handstreich von Faschisten ins Amt heben lässt, hat sich von der Bühne verantwortungsvoller Politik verabschiedet. Aber genau dieses Verhalten ist so typisch für die Lindner-FDP: Wenn man nur an sich denkt, ist eben nicht an alle gedacht. Wenn man sich von Faschisten zum Ministerpräsidenten wählen lässt, ist man eben kein Ministerpräsident der “Mitte”. Viel zu spät und nur nach großem Druck hat man gehandelt.

❗️ Es muss schnellstmöglich Neuwahlen geben. Anders lässt sich die Situation in Thüringen nicht bereinigen. Hier muss schleunigst die CDU Klarheit herstellen. Die Verantwortung für die Republik und die Demokratie muss jetzt klaren Vorrang haben.

❗️ Auch im Vorfeld der gestrigen Entscheidung war die Haltung der CDU nicht besonders hilfreich. Wer ständig einen verdienten Ministerpräsidenten wie Bodo Ramelow mit dem Faschisten Höcke gleichsetzt, sorgt genau für solche Ereignisse wie das gestrige. Auch jetzt kann es die CDU nicht lassen, immer wieder diese Gleichsetzung zu betreiben. Das ist im Angesicht einer Kollaboration mit den Faschisten zur Wahl eines Ministerpräsidenten inakzeptabel. Die CDU muss hier schleunigst eine Kurswechsel herbeiführen und darf sich nicht von ihrem Rechtsaußenableger Werteunion treiben lassen.

❗️ Die Gefahr einer direkten oder indirekten Regierungsbeteiligung der AfD ist real. Das hat der Mittwoch gezeigt. Davor haben wir immer gewarnt. Es ist mehr als deutlich, dass man sich auf deutsche Konservative und “Liberale” erneut nicht verlassen kann. Daher gilt jetzt noch mehr als je zuvor: Wer nicht will, dass Faschisten regieren, darf nicht AfD, FDP oder CDU wählen.

❗️ Angesichts der Vorfälle steht die SPD klar und eindeutig. Nicht aus Berechnung, sondern aus Überzeugung. Die SPD ist für Menschen, die diese Überzeugung teilen und diese Haltung in ihren bisherigen Parteien vermissen, mehr als offen. www.spd-sachsen.de/sei-dabei

Offener Brief an den Sächsischen Lehrerverband zum Thema Gemeinschaftsschule

Mit einem offenen Brief reagiert die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Sabine Friedel auf den Vorsitzenden des Sächsischen Lehrerverbands Jens Weichelt.

„Wenn in Sachsen 50.000 Bürgerinnen und Bürger einen Volksantrag zur Einführung der Gemeinschaftsschule einreichen, dann ist die Politik in der Verantwortung, sich mit diesem Wunsch ernsthaft und intensiv auseinanderzusetzen“, erklärt Friedel.

Weichelt hatte zuvor unter Bezugnahme auf ein zufällig gerade während der Koalitionsverhandlungen im Blog des Kultusministeriums veröffentlichtes Interview mit der IQB-Direktorin Frau Prof. Petra Stanat gefordert, das sächsische Schulsystem dürfe keine Experimentierwiese für Parteiinteressen werden.

„Die von Ihnen wiederholt aufgeführten Kampfbegriffe tragen nichts dazu bei, einen sächsischen Schulfrieden zu schaffen“, entgegnet Friedel. Sie regt stattdessen an, die gemeinsamen Energien auf die Erhöhung der Unterrichtsqualität zu fokussieren. Dies sei die wesentliche Botschaft von Frau Prof. Stanat.

In ihrem Interview diagnostizierte die IQB-Direktorin unter anderem, dass sich die „sächsischen Schülerinnen und Schüler von ihren Mathematiklehrkräften aber deutlich weniger unterstützt [fühlen] als Schülerinnen und Schüler bundesweit – die Werte für Fehlerkultur (respektvoller, geduldiger Umgang mit Fehlern) und Schülerorientierung (individuelle Unterstützung und Begleitung beim Lernen) fallen unterdurchschnittlich aus. Dies sollte man sich genauer anschauen und diskutieren.“

Sehr geehrter Herr Weichelt,

Ihre heutige Pressemitteilung im Namen des Sächsischen Lehrerverbands reizt mich so sehr zum Widerspruch, dass ich Ihnen darauf öffentlich antworten möchte.

Sie zitieren die im Blog-Beitrag des SMK interviewte Direktorin des IQB Frau Prof. Petra Stanat. Aber leider sehr einseitig. Frau Prof. Stanat hat nicht nur gesagt, dass schulstrukturelle Veränderungen immer mit erheblichem Aufwand verbunden seien. Sie führte auch aus:

„In der Gesamtschau weisen die Ergebnisse nationaler und internationaler Studien der Bildungsforschung darauf hin, dass nicht die Schulstruktur, sondern die Qualität des Unterrichts für den Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern entscheidend ist.“ Und weiter heißt es: „Ob die Leistungsfähigkeit des sächsischen Schulsystems durch die Einführung einer neuen Schulart gefährdet wird, ist schwer zu sagen. … Will man weiterhin gute Lernergebnisse erzielen, wird es vor allem darauf ankommen, die Qualität des Unterrichts zu sichern – darauf sollte das Hauptaugenmerk liegen.“

Ich glaube, dass Frau Prof. Stanat da einen entscheidenden Punkt trifft, der sich ja auch mit den Ergebnissen der Hattie-Studie deckt: Auf die Lehrkraft kommt es an, auf den guten Unterricht. Und eben nicht auf die Schulstruktur. Umso unverständlicher ist es mir, dass sich die bildungspolitischen Beiträge des SLV seit langem auf die aus meiner Sicht doch recht ideologische Debatte um Schulstrukturen fixieren (sofern sie sich nicht Fragen des Verdienstes von Lehrkräften widmen).

Wenn in Sachsen 50.000 Bürgerinnen und Bürger einen Volksantrag zur Einführung der Gemeinschaftsschule einreichen, dann ist die Politik in der Verantwortung, sich mit diesem Wunsch ernsthaft und intensiv auseinanderzusetzen. Wenn 50.000 Bürgerinnen und Bürger einen Volksantrag für die Beibehaltung von Kopfnoten einreichten, müssten wir das genauso tun.

Die von Ihnen in der Pressemitteilung wiederholt aufgeführten Kampfbegriffe tragen nichts dazu bei, einen sächsischen Schulfrieden zu schaffen und die gemeinsamen Energien auf die Erhöhung der Qualität des Unterrichts zu fokussieren:

Sie schreiben von „Experimenten“: Abgesehen davon, dass das Experiment nicht nur an Schulen ein wesentlicher Motor des Lernens ist, handelt es sich bei der Gemeinschaftsschule nicht um ein Experiment, sondern um eine reguläre Schulform, die in vielen anderen Bundesländern existiert, die internationaler Standard ist und die beim Deutschen Schulpreis regelmäßig ausgezeichnet wird.

Sie schreiben von „Parteiinteressen“: Abgesehen davon, dass das freie Vertreten von Interessen ein konstitutiver Bestandteil unserer pluralistischen Demokratie ist, der nicht nur Lehrerverbänden, sondern auch Parteien zuzugestehen ist, handelt es sich beim Volksantrag nicht um einen Antrag von Parteien, sondern um einen von 50.000 Bürgerinnen und Bürgern – darunter so manchem SLV-Mitglied – unterzeichneten Gesetzentwurf.

Und schließlich schreiben Sie davon, dass die Gemeinschaftsschule nichts bietet, was nicht auch eine Oberschule leisten könnte. Hier irren Sie leider. Die Oberschule beginnt erst ab der fünften Klasse. Das heißt, sie kann ihren Schülerinnen und Schülern eben keine Weiterführung der vertrauten Lernumgebung nach Klasse vier bieten. Die Oberschule stellt eine äußere Differenzierung dar. Sie kann den Schülerinnen und Schülern eben kein gemeinsames Lernen mit leistungsstarken Mitschülern bieten, die das Abitur anstreben. Wenn der SLV seine fortwährende Rede von der Stärkung der Oberschule ernst meinte, dann müsste er sich in besonderem Maße dafür einsetzen, dass sich die sächsischen Oberschulen zu Gemeinschaftsschulen weiterentwickeln können.

Sehr geehrter Herr Weichelt, an der Einführung der Gemeinschaftsschule hängt nicht das Wohl und Wehe des sächsischen Bildungssystems. Weder wird es mit der Gemeinschaftsschule zu neuen Höhenflügen aufbrechen noch wird es ohne sie untergehen. Aus meiner Sicht tun sowohl die Bildungspolitik als auch die Interessenvertretungen der Lehrkräfte gut daran, das Thema pragmatisch zu behandeln. Dort, wo alle vor Ort eine Gemeinschaftsschule wollen, dort soll sie existieren dürfen. Und da, wo es nicht gewollt wird, soll auch keine sein. So lautet der Volksantrag. Und für diesen salomonischen Weg haben 50.000 Sächsinnen und Sachsen unterschrieben. Diesem Bürgerwillen fühle ich mich verpflichtet – aus bildungspolitischen, aber vor allem auch aus demokratischen Gründen.

Freundliche Grüße,
Sabine Friedel MdL
Bildungspolitische Sprecherin
SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag

SPD Sachsen nominiert Kandidaten für die Europawahl

Vor dem offiziellen Beginn des Landesparteitages der SPD Sachsen, haben die Delegierten der Landeswahlkonferenz der SPD Sachsen am Samstagmorgen die Kandidaten für die Europawahl im kommenden Jahr nominiert. Die SPD-Europaabgeordnete Constanze Krehl aus Leipzig bewirbt sich erneut um ein Mandat im Europäischen Parlament, Matthias Ecke ist aus dem Dresden tritt als weiterer Kandidat für die Europawahl im kommenden Jahr an.

Dazu erklärt Constanze Krehl: „Die Europawahl wird eine Schicksalswahl für die Europäische Union. Bereits jetzt sitzen im Europäischen Parlament über 100 rechtsradikale, menschenfeindliche Anti-Europäer. Wir aber wollen mehr Europa! Wir wollen Lösungen gemeinsam erarbeiten. Wir stehen für eine EU, die für Demokratie, für Solidarität und Freundschaft untereinander steht. Dafür treten wir an, und dafür werden wir kämpfen. Denn wir können mit geradem Rücken, breiten Schultern und frohen Mutes in die Wahlauseinandersetzung gehen. Denn die EU und die europäische Gesellschaft braucht uns.“

Matthias Ecke ergänzt: „Wir Sozialdemokraten wollen ein soziales Europa. Wir dulden nicht mehr, dass internationale Konzerne die Staaten gegeneinander ausspielen. Wir brauchen endlich eine europaweite Digitalsteuer. Europa muss seine Arbeitnehmer vor Ausbeutung schützen. Deshalb kämpfen wir um Standards für gute Arbeit, europaweit. Die EU muss zusammenstehen gegen ihre äußeren Gegner: Ich will Abrüstungsverträge und Klimaverträge statt „America First“. Für so ein Europa, das gerecht nach innen, und stark nach außen ist, kämpft die SPD bei der nächsten Europawahl.“

Interview mit dem Henning Homann

Landeskonferenz der AG Selbst Aktiv in der SPD Sachsen Am 6. Oktober 2018 in Freiberg

Am 06.10.2018 fand in Freiberg die diesjährige Landeskonferenz der AG Selbst Aktiv Sachsen statt. Der Landesvorsitzende, Johannes Gyarmati, begrüßte alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Landeskonferenz der AG Selbst Aktiv in der SPD Sachsen. Besonders herzlich wurde die stellv. Bundesvorsitzende der AG Selbst Aktiv und Landesvorsitzende der AG Selbst Aktiv Sachsen-Anhalt, Katrin Gensecke, begrüßt.

Nach dem Axel Kuhlmann aus Dresden zum stellv. Landesvorsitzenden und Susanne Füssel aus Dresden zur Beisitzerin den Landesvorstand der AG Selbst Aktiv Sachsen nachgewählt worden, beschlossen die Anwesenden folgende Nominierungen:

  1. Johannes Gyarmati wurde für den Parteikonvent nominiert
  2. Johannes Gyarmati erhielt eine Nominierung für den Landesparteivorstand
  3. Hanka Kliese wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die Wahl zur stellv. Parteivorsitzenden der SPD Sachsen nominiert.
  4. Wir stimmten einstimmig einer Nominierung von Hanka Kliese als Kandidatin für den Sächsischen Landtag für die Landtagswahl 2019 zu.

Gegen 13.30 Uhr wurde die Landeskonferenz 2018 durch ein Abschluss-Statement von Johannes Gyarmati beendet.

Landesarbeitskreis ‘Klimaschutz und Energiewende’ fordert verantwortliche Klimapolitik ein

Der Landesarbeitskreis ‘Klimaschutz und Energiewende’ der sächsischen SPD mahnt eine verantwortungsvolle Klimaschutzpolitik der SPD an. Anlass ist das Interview der SPD-Vorsitzenden Andrea Nahles in der Wochenzeitschrift Der Spiegel. Uwe Hitschfeld, Sprecher des Arbeitskreises:

„Politik, die sich nur an den Interessen der heutigen Generation ausrichtet, greift zu kurz. Verantwortungsvolle Politik muss auch die Interessen der Kinder- und Enkelgeneration im Blick haben und Antworten auf die wesentlichen Herausforderungen der Zukunft formulieren. Dazu gehört zweifelsfrei der Klimaschutz! Der Arbeitskreis „Klimaschutz und Energiewende“ der sächsischen SPD fordert darum eine Klarstellung der, im aktuellen SPIEGEL formulierten Ankündigung der SPD-Vorsitzenden Andrea Nahles,  „…in der Umweltpolitik künftig vor allem die Folgen für die Beschäftigten in die Abbaugebieten in den Fokus rücken zu wollen“.

Uwe Hitschfeld: „Dass die Belange der Menschen in den betroffenen Regionen berücksichtig werden müssen ist – gerade für die SPD – eine Selbstverständlichkeit und sollte auch bisher schon Bestandteil der SPD-Politik gewesen sein. Die Frage ist aber eben nicht nur, wie man den ‚Strukturwandel für die Menschen in den betroffenen Regionen erfolgreich gestaltet‘ (so Nahles). Die Frage ist auch, ob und wie unsere Kinder und Enkel auf diesem Planeten noch gut leben können. Klimaschutz ist nicht Selbstzweck oder ein taktisches Wahlkampfmanöver – es ist eine Überlebensfrage!

Deshalb ist es gegenüber den Menschen in den betroffenen Regionen verantwortungslos, die notwendigen Veränderungen so weit wie möglich aufzuschieben, statt sie zum Aufbruch zu befähigen. Es ist aber auch gegenüber den nachfolgenden Generationen verantwortungslos, sich nicht sofort und mit ganzer Kraft dem Klimaschutz und einer verantwortlichen Energiepolitik zuzuwenden. Klimaschutz ist deshalb nach Ansicht des Arbeitskreises kein Politikfeld wie andere auch. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, der wir uns mit aller Kraft stellen müssen. Deshalb muss Klimaschutz ein zentrales Handlungsfeld für die künftige SPD-Politik werden.“

200. Geburtstag von Karl Marx: verachtet, verherrlicht, verdreht – was bedeutet uns Karl Marx?

Heute vor 200 Jahren wurde Karl Marx in Trier geboren. Seine Ideen prägen noch heute politische, ökonomische und gesellschaftliche Diskurse und sind teilweise aktueller denn je. Die Berühmtheit seiner Schriften und Theorien rührt auch daher, dass sich die Geister an ihnen scheiden.

In den gut 150 Jahren seit dem Erscheinen seines bekanntesten Werks „Das Kapital“ wurde Karl Marx viel zitiert – und viel missverstanden. Marx selbst reagierte auf sogenannte „marxistische“ Schriften seiner Zeitgenossen mit den Worten: „Dann bin ich kein Marxist.“

Abseits von Verherrlichung und Verteufelung steht jedoch heute fest: Wer sich mit Politik, mit Ökonomie und der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt, kommt an Karl Marx nicht vorbei. Allein deswegen ist sein 200. Geburtstag eine gute Gelegenheit, darüber nachzudenken, was Karl Marx uns heute bedeutet.

Bei Marx gibt es dabei einen Widerspruch zwischen zwei in seinen Schriften formulierten Zukunftshoffnungen: Es findet sich darin sowohl ein Reformismus mit dem Ziel, sich einer neuen Gesellschaft schrittweise anzunähern (etwa durch Arbeiterschutzgesetzgebung, Begrenzung der Arbeitsstunden, Bildung etc.) als auch ein mit unklaren Vorstellungen über Sozialisierung und Planwirtschaft verbundene Revolutionsvorstellung. An diesem Punkt entschieden sich Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten für den ersten Weg. Statt für Umsturz, Barrikadenkämpfe und den großen Satz ins Ungewisse, trat die SPD für stetigen, schrittweisen Fortschritt ein. Dieser demokratische Ansatz ist eine Erfolgsgeschichte. Statt Menschen allein ihrem Schicksal zu überlassen, fangen wir heute Lebensrisiken als Solidargemeinschaft ab. Auch die enorm gestiegene Lebenserwartung sowie gesetzlich regulierte Arbeitszeiten sind das Ergebnis des gemeinsamen Kampfes für Sozialversicherungssysteme in dieser Gesellschaft.

„Wen immer man zu den Ahnherren der SPD zählt – Ferdinand Lassalle, Bebel, Liebknecht, Marx und Engels –, sie alle wussten, dass der Kampf der Entrechteten, der breiten Schichten um soziale Emanzipation nur im Verbund mit dem Kampf um Demokratie Erfolg haben kann. Es ist der Kampf gegen die Vergewaltigung des Menschen und seiner Freiheiten, das Ringen um Gerechtigkeit und Solidarität in den zwischenmenschlichen Beziehungen, der sich durch alle Programme hindurchzieht. Im freiheitlichen, demokratischen Sozialismus lebt über alle Zeitläufe hinweg die Zuversicht in die Möglichkeit einer gesellschaftlichen Ordnung, die jedem Menschen die gleiche Chance gibt, sein Leben in Würde frei zu gestalten“ so Willy Brandt 1978.

Auch 150 Jahre nach Marx‘ „Kapital“ ist die Entwicklung nicht abgeschlossen. Als selbstbewusste Reformpartei gilt es, immer neue Herausforderungen zu bewältigen. Wir brauchen eine neue Sozialpolitik im digitalen Kapitalismus des 21. Jahrhunderts. Wir brauchen in Sachsen mehr Tarifbindung und gerechtere Löhne. Wir brauchen eine Grundrente für jene, die ihr Leben lang eingezahlt haben und dann doch in die Grundsicherung fallen wie jene, die nie gearbeitet haben. Wir reden über ein Rückkehrrecht aus Teilzeitarbeit. Und wir dürfen nicht vergessen, dass ein digitaler Kapitalismus eine Infrastruktur und technische Ausstattung braucht, die in der realen Welt von realen Menschen erschaffen wird. Wir müssen uns vor Augen führen, dass die Arbeitsbedingungen im digitalen Kapitalismus an vielen Orten der Welt im 21. Jahrhundert ebenso düster sein können wie im „Manchesterkapitalismus“.

Am 200. Geburtstag von Karl Marx erinnern wir uns an unsere Wurzeln und blicken in die Zukunft. Wir haben viel erreicht, und noch so viel vor!

Dulig: Sachsen ist anständig – das hat Ostritz bewiesen

Das dreitägige Nazi-Festival in Ostritz ist am Sonntag zu Ende gegangen. Es gab zahlreiche Gegenveranstaltungen, die alle weitestgehend friedlich verlaufen sind. Dazu erklärt Martin Dulig, Vorsitzender der SPD Sachsen:

„Sachsen ist anständig – das haben die Menschen aus Ostritz und aus ganz Sachsen am Wochenende bewiesen. Es gab keine nennenswerten Ausschreitungen. Ich danke den Veranstalterinnen und Veranstaltern der zahlreichen Gegenaktionen. Ebenso gilt mein Dank den Beamtinnen und Beamten der Polizei, die dafür gesorgt haben, dass alles weitestgehend reibungslos ablaufen konnte. Danke auch den vielen Menschen, die sich so zahlreich an diesen Aktionen beteiligt, und gemeinsam ein Zeichen für ein anständiges und demokratisches Sachsen gesetzt haben. Sie haben gezeigt: Rassismus und Fremdenfeindlichkeit wollen wir in Sachsen nicht.“